Das narrative Gehirn. Was unsere Neuronen erzählen
Medizin/Biologie
Das narrative Gehirn. Was unsere Neuronen erzählen

Das narrative Gehirn. Was unsere Neuronen erzählen

Narrationen begegnen uns überall: In Unterhaltungen, Träumen, Literatur und vielem mehr. Dabei ist das Erzählen nicht nur wohltuend, sondern verhilft auch zu sinnstiftenden Denk- und Lebensformen und dient zudem als Bewältigungsmethode für tragische Ereignisse. Fritz Breithaupt beschäftigt sich in seinem Buch mit den Auswirkungen von Narrativen auf das Gehirn und den damit verknüpften Mechanismen. Durch Hirnforschungen und interdisziplinäre Experimente kommt er zu wichtigen Erkenntnissen. In einem Experiment werden Proband/innen zum Weitererzählen von Geschichten aufgefordert und anschließend wird beobachtet, welche Teile der Erzählung in Erinnerung geblieben sind. Hierbei stellt sich heraus, dass vor allem Emotionen hängen bleiben, und zwar nicht in der Geschichte beschriebene, sondern durch diese hervorgerufene. Breithaupt vertritt dadurch die Ansicht, dass narratives Denken Empathie mit anderen Lebewesen ermöglicht. Außerdem mache narratives Denken glücklich und sollte allein deshalb gefördert werden. Als Professor für Kognitionswissenschaften und Germanistik arbeitet Fritz Breithaupt an der Indiana University in Bloomington. Für Die Zeit veröffentlicht er zudem Artikel zu den Themen Narrationen und Emotionen.
Breithaupt, Fritz
Suhrkamp